| Bodysurfing am einsamen Strand |
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| Samstag, 13 September 2008 | ||||||||||||||
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Letzte Woche hat mich ein Mitarbeiter aus meinem Büro gefragt, ob ich Lust habe, am Wochenende zum Bodyboarding an den Strand zu gehen. Was für eine Frage, natürlich hatte ich Lust, auch wenn ich zuerst bei Google nachschlagen musste, was Bodyboarding überhaupt ist (Wikipedia, Youtube). Sieht doch gar nicht so schlecht aus. Ich möchte an dieser Stelle kurz bemerken, dass dieser Blog meine subjektive Ansicht beschreibt und dass ich einiges wie gewohnt überspitzt und ein wenig ironisch erzähle. Dabei soll sich niemand angegriffen fühlen. Reise nach IloAls Erstes musste ich einen Schlafsack auftreiben, da wir anscheinend im Zelt am Strand übernachten wollten. Ansonten wurde mir gesagt, dass ich nichts Spezielles mitnehmen muss. Wir trafen uns am Freitag Abend mit einem Kollegen (Oscar) und einer Kollegin (Gloria), die aus Italien stammt und seit einigen Monaten in Peru umherreist. Wir kauften das Wichtigste ein und verabredeten uns für Punkt fünf Uhr morgens bei der Busstation. Bryam sollte mich bereits 04:45 mit dem Taxi vor meiner Wohnung abholen. Natürlich kam es ein wenig anders und wie immer waren die Peruaner ein wenig später. Bryam kam mit dem Taxi um 5 Uhr bei mir an und rief Oscar an, der anscheinend mit Gloria auch noch zu Hause war. Also holten wir die zwei mit allem Material auch noch ab. Dies war schwieriger als erwartet, denn wir hatten ein kleines gelbes Taxi erwischt und mussten 4 Personen (und ein Fahrer) inkl. 3 Bodyboards, 4 Rucksäcke und weiteres Material reinzwängen. Schliesslich klappte es doch irgendwie. Um 05:20 waren wir dann etwa an der Busstation und trafen Tim aus Deutschland. Er verbringt hier ein Jahr bei einem Hilfswerk. Obwohl der Bus um 05:30 fahren sollte und ich noch mein Ticket umtauschen musste (da Oscar meinen Nachnamen als Klick registriert hat) war niemand in Eile. Wir stiegen in den Car ein und liessen beim Eingang unsere Tickets kontrollieren. Der Bus fuhr schliesslich - mit ziemlicher Verspätung - ab. Nach einigen Kilometern erhob sich ein Mann und kontrollierte erneut alle Tickets. Anschliessend platzierte er sich im Gang um begann eine ca. 30-minütige Rede. Zuerst begrüsste er uns und gab, soviel ich verstanden habe, die Regeln im Bus bekannt. Anschliessend stellte er alle möglichen Dinge zum Verkaufen vor. Dies ging von Mathematikheften über grosse Kopien des Körpers mit beschriebenen Körperteilen bis hin zu Zeitungen und anderen Dingen, die ich allerdings nicht verstanden habe. Nach ca. einer Stunde hielten wir an einem Kontrollposten an und eine Person stieg ein, um zu kontrollieren, ob die Anzahl der Passagiere stimmt. Zusätzlich stiegen Verkäufer ein, bei denen man etwas zu Trinken oder Esswaren kaufen konnte. Der Bus setze sich relativ schnell wieder in Bewegung. Dabei liess er die Türen offen stehen, damit die Verkäufer/-innen noch aus dem fahrenden Bus hechten konnten. Die nächste Kontrolle lies nicht lange auf sich warten. Nun mussten alle austeigen (glaube ich) und man musste seinen Pass abgeben (was ich gar nicht gerne tat). Oscar erklärte mir, dass hier gewisse Früchte konfisziert würden, da diese eine Mücke enthalten können, die die Ernte zerstört. Bei diesem Posten gab es auch ein Durchleuchtungsgerät. Nach einiger Zeit ging es wieder weiter. Meinen Pass hatte ich glücklicherweise wieder erhatlen. Als ich zurück in den Bus stieg, fiel mir auf, dass Gloria die ganze Zeit im Bus geschlafen hatte. Ausserdem hatte ich mein ganzes Gepäck im Bus gelassen, weshalb dieses gar nie kontrolliert wurde. Anscheinend hatten die Kontrolleure keine grosse Freude an unseren Tomaten und Zwiebeln gehalbt, denn diese waren konfisziert worden. Als der Bus bereits abfuhr, stellten wir fest, dass Bryam noch fehlte und gerade neben dem Bus herrannte. Der Bus hielt netterweise nochmals an und lies Bryam einsteigen. Bryam meinte, dass die Beamten nicht nur Tomaten und Zwiebeln konfisziert haben, sondern auch den Anisado. Daher war er in eine intensive Diskussion mit ihnen vertieft. Glücklicherweise konnte ich klarstellen, dass sich der Anisado sicher in meinem Rucksack befindet. Der Rest der Reise verlief relativ unspektakulär. Es stiegen noch zwei Mal Verkäufer ein und ich konnte mich verpflegen. Der Bus fuhr beinahe halsbrecherischer als die Taxis. Dies hängt wohl auch mit dem höheren Tempo und der längeren Strecke zusammen. Da wir 2500 Höhenmeter überwinden mussten, hatte es auch viele Kurven und unübersichtliche Stellen. Will man an einer solchen Stelle überholen, muss man bloss lange genug hupen. Dann sollte es schon klappen. Dabei muss ich auch feststellen, dass es anscheinend kein Problem ist, wenn man vor dem Überholverbot zu überholen beginnt und erst wieder am Ende des Überholverbots auf die andere Spur wechselt. Ich weiss gar nicht genau, wie dies in der Schweiz ist. Bodyboarding in IloIn Ilo angkommen rief Bryam einen Freund an, der unser Gepäck mit dem Auto abholte. Wir gingen essen und vertrieben uns ein wenig die Zeit an der Strandpromenade. Mit dem Taxi holten wir später die Bodyboards beim Kollegen und begaben uns an den Strand. Das Wasser war nicht gerade warm und das Wetter - entgegen den Ankündigungen - auch nicht gerade schön. Man muss auch bemerken, dass es zur Zeit Winter ist ... Dies schreckte und nicht ab; wir begaben uns in die Fluten. Das Ganze machte mir ziemlich Spass, auch wenn ich mir dabei den Arsch abfror und einmal von einer Welle ziemlich erschlagen wurde. Die Nacht verbrachten wir beim Kollegen. Am nächsten Morgen gingen wir nochmals an den Stand in Ilo. Mir war am Tag zuvor mal noch angekündigt worden, dass wir weitere Leute treffen. Anscheinend war dies nicht mehr der Fall. Im Laufe das Tages kam die Idee auf, noch an einen weiteren Strand zu gehen und erst am Montag zurückzukehren. Ich stimmte natürlich zu. Tim musste leider am nächsten Tag arbeiten und nahm den Bus zurück nach Arequipa. Weiterreise nach PlatanalWir hatten bereits die Busticket nach Platanal gekauf. Der Bus sollte 16:30 fahren. Als ich mich um 16:30 mal erkundigte, wo denn der Bus sei, kam ein wenig Aufregung auf. Zuerst verstand ich nicht warum. Ein Blick auf mein Ticket beantwortete jedoch die Frage. Der Bus fuhr am Sonntag um 21:30 und nicht wie an allen anderen Tagen um 16:30. Daher hatte es unser Peruaner geschafft, die falschen Tickets zu kaufen :-) Nach langem und geduldigen Verhandeln wurde uns anschliessend der halbe Preis zurückerstattet. Statt des Busses nahmen wir uns dann ein Taxi, das uns zum entsprechen Ort fahren sollte. Nach ca. 15 Minuten wurde die Fahrt ziemlich holprig. Von nun an ging es auf einer Strasse weiter, die man nicht gerade als gut bezeichnen kann. Ich hatte erwartet, dass der Strand zu einem Dorf oder etwas Ähnlichem gehört, und dass jemand den Strand bereits kennt. Dies stellte sich als falsch heraus, als alle aus dem Taxi stiegen und nach dem Strand Ausschau hielten. Bryam und Oscar machten sich auf den Weg, um von einem anderen Ort einen besseren Überblick zu bekommen. Sie kamen zufrieden zurück und wir stiegen aus dem Taxi aus. Das letzte Haus hatte ich vor ca. 30 Minuten gesehen. Inzwischen war es bereits Nacht geworden und wir stiegen querfeldein den sandig-steinigen Hügel hinunter. Wohin genau wusste keiner von uns. Wir sahen weiter unten einige Bäume und stiegen in diese Richtung ab, da wir erwartet hatten, dass der Fluss (ausgetrocknet) zwischen den Bäumen zum Strand führt. Dies Annahme war fast richtig. Als wir ein wenig dem Fluss entlang gingen, mussten wir feststellen, dass es vor uns immer dunkler wurde, was darauf schliessen liess, dass es steil bergab ging. Glücklicherweise stiessen wir auf eine Strasse. Dieser folgten wir und wurden von lautem Hundegebelle begrüsst. Wir kamen zu einem kleinen Fischerhaus und begrüssten die Bewohner. Wir folgten der Strasse weiter und kamen schliesslich heil beim Strand an. Im Mondschein liess sich erkennen, dass es eine gute Idee gewesen war, die Strasse anstelle der Abkürzung zu nehmen. Krebsjagd in PlatanalWir stellten unser Zelt im Dunkeln auf und kochen uns Nachtessen. Der Strand in der Nähe des Meeres war voll von kleinen Krebsen. Als wir noch immer Hunger hatten, machen wir uns dies zu Nutzen: Wir sammelten ein wenig Holz, fingen einige Krebse, nahmen diese aus und assen sie. Die Cangréjos schmeckten nicht schlecht, allerdings waren sie leider nicht so ergiebig.
Oscar wollte bereits am Morgen den einzigen Bus Richtung Ilo abfangen, da er am Nachmittag ein Jobinterview in Arequipa hatte. Nach dem Frühstück verliess er uns. Etwa zwei Stunden später erblickten wir ein kleines Männchen am Berge, welches sich als Oscar herausstellte. Er hatte den Bus verpasst. Also packten wir die Bodyboards und stürtzten uns in die Fluten. Die Wellen waren grösser als die in Ilo und es war fast unmöglich, bis zum Wellenursprung vorzudringen. Die Strömung war auch ziemlich stark. Daher mussten wir aufpassen, dass es uns nicht zu stark auf die Felsen zutrieb. Während Oscar versucht hatte, den Bus zu erwischen, hatten wir ein wenig die Gegend erkundigt. Meine Kamera hatte leider aufgrund des Sandes den Geist aufgegeben und konnte keine Photos mehr machen. Von einigen Plätzen hatte man einen wunderschönen Überblick über den ganzen Strand. Um ein Photo davon zu bekommen, muss ich wohl später nochmals zurückkommen. Rückreise nach ArequipaWir wollten den einzigen Bus um ca. 17 Uhr Richtung Molleno nehmen und von dort nach Arequipa zurückkehren. Im Lauf des Tages kam die Diskussion auf, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Ich entschied mich dagegen, Gloria und Bryam waren allerdings dafür, nachdem sie sich beim Fischer erkundigt hatten, ob sie ihm einen frischen Fisch abkaufen können. Oscar und ich verliesen den Strand genügend früh, um den Bus nicht ein zweites Mal zu verpassen. Nach ca. 45 Minuten kamen wir oben an und hatten einen herrlichen Blick über den Strand und die Küste. Wie es der 'Zufall' will, war jetzt natürlich meine Kamera kaputt. Wir machten es uns bequem und warteten mehr als eine Stunde. Der Bus wollte leider nicht auftauchen. Ungefähr alle 30 Minuten fuhr ein Auto vorbei, bei dem wir es mit Autostopp versuchten. Leider waren wir erst nach ca. 1h 30 Minuten erfolgreich. Geplant war, nach Mollendo zu fahren, aber das Auto fuhr Richtung Ilo. Dies war allerdings nicht so tragisch, da es zwar von Ilo länger nach Arequipa ist, aber es von hier viel näher nach Ilo war. Glücklicherweise wurden wir von einem Pick-Up mitgenommen, was die mögliche Fahrtgeschwindigkeit auf dieser 'Strasse' ein wenig erhöhte. Unterwegs kreuzten wir dann auch mal noch den Bus, der einige Verspätung hatte. In Ilo angekommen gab es zwei Möglichkeiten: Den Bus nach Arequipa zu nehmen oder einer Fahrgemeinschaft beitreten. Privatpersonen fahren mit ihren Autos zwischen den grösseren Städten hin und her und transportieren möglichst viel Passagiere. Dies ist ein wenig teuerer als der Bus, aber schneller und wie mir gesagt wurde sicherer (bin mir da nicht so sicher). Wir nahmen also ein Auto nach Moquegua. Im Auto fuhren inkl. Fahrer 7 Personen mit. Vorn wurde ein weiterer Sitz eingebaut und eine Frau setzte sich in den Kofferraum. Die Fahrt dauerte ca. 1h und verlief problemlos. In Moquegua wechselten wir das Auto und stiegen in das wohl neuste Auto ein, das ich bisher in Peru gesehen habe. Es war ein neuer BMW, der nicht überall Kratzspuren hatte (gerade heute stand in der Zeitung, dass in Areqipa 80% der Autos mehr als 15 Jahre alt sind). Daher dachte ich, es könne nicht viel schief gehen. Die Fahrt ging auch sogleich los, da das Auto mit fünf Personen voll war. Die Fahrt sollte ca. 4.5h dauern. Da das Auto auch entsprechend PS hatte waren wir mit ziemlich hohen Tempo unterwegs (apropos sicherer) und ziemlich oft damit beschäftigt, zu überholen. An Schlafen war leider nicht zu denken, da ich in jeder Kurve ziemlich intensiv an die Seitentüre gedrückt wurde. Die Reifen hielten erstaunlicherweise allen Fliehkräften in den Kurven stand. Unser Fahrer hatte definitiv eine Rennfahrerlizenz. Um die Kurve schneller durchfahren zu können, wechselte er jeweils vorher auf die Gegenfahrbahn, wie man es in der Formel 1 sieht. Und S-Kurven kann man auch gerade durchfahren. Während der Fahrt kamen wir in ziemlich dichten Nebel. Aber an langsamer fahren war nicht zu denken. Dafür gibt es eine besser Lösung: Man muss bloss den Warnblinker aktivieren und mit 100 weiterblochen. Als die Kurven langsam weniger eng wurden und ich beinahe an Schlafen denken konnte, hielt das Auto an. Der Fahrer stieg aus und klappte die Motorhaube hoch. Anscheinend wurde die Autobatterie nicht mehr geladen. Irgend ein Teil war defekt. Daher stieg langsam die Beleuchtung aus. Leider konnte er das Problem nicht beheben und das Auto sprang nicht mehr an. Also stiegen wir aus und schoben das Auto an. Da das Licht nicht mehr ging (und die Strassen hier nicht beleuchtet sind) hängte er sich nahe hinter einen Lastwagen. Doch leider ging dies nicht besonders lange gut. Der Motor begann zu stottern und starb ab. Noch 2-3 Mal schoben wir den Wagen an, bis wir bei einer Tankstelle waren. Der Wagen konnte jeweils ca. 1km fahren, nachdem wir ihn angeschoben hatten. Doch leider war hier niemand, der etwas hätte reparieren können. Also wurde telefoniert und ein anderes Auto aus Arequipa bestellt. An Autostopp war hier nicht zu denken, auch wenn alle Busse nach Lima oder Ilo hier vorbei kamen. Niemand hält mitten in der Nacht an, um Leute im Nichts mitzunehmen. Nach ca. 2 weiteren Stunden traf das andere Auto ein und wir konnten die Fahrt fortsetzen und trafen um ca. 01:30 mit 4 Stunden Verspätung in Arequipa ein. Aus diesem Erlebnis habe ich eine Lehre gezogen. Man sollte nie ein neues Auto nehmen. Jede andere alte Karre wäre wohl beim gleichen Problem noch weiter gefahren. Da aber dieses Auto voll mit Elektroschrott war, funktionierte so einiges nicht mehr. NachtragIch bin mir nicht ganz sicher, ob Busse wirklich weniger sicher sind als Autos. Doch gerade gestern sind wieder zwei Busse auf einer Überlandstrasse frontal zusammengeprallt. Dabei gab es fünf Tote. Tragischerweise waren es auch noch zwei Busse von Busgesellschaften, die als 'sicherer' gelten - was das auch immer heissen mag. Ich habe den Zeitungsbericht ein wenig studiert. Das stand, dass der Unfall um ca. 7:30 passiert ist. Dann ist es bereits hell. Der eine Bus war auf der Gegenfahrbahn (wohl um zu überhohlen). Der andere Buschauffeur hat das gesehen und die Lichthupe betätigt. Allerdings steht im Artikel nichts davon, dass er gebremst hat. Das macht man nämlich normalerweise nicht. Dafür gibt es die Hupe ...
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