Santiago_38
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Reisen in Peru Print E-mail
Dienstag, 27 Januar 2009

Im letzten Monat habe ich mich nicht mehr gemeldet. Trotzdem ist Einiges passiert.

Projekt

Grundsätzlich war meine Arbeit Ende Dezember beendet. Dies heisst leider nicht, dass ich das Projekt fertigstellen konnte. Im Dezember habe ich mir eigentlich zur Hauptaufgabe gemacht, einen Nachfolger zu finden. Diesen habe ich schlussendlich gefunden, doch netterweise hat er sich drei Tage nachdem ich das Projekt verlassen habe auch entschieden, das Projekt zu verlassen.

Ende November haben wir einen Designer für das Projekt gefunden. Fabien lebte seither mit mir und Colin in der Wohnung, da Roy für 4 Wochen auf Reisen ging. Ich konnte das Projekt nicht fertigstellen, da ich keinen Designer hatte und mir Informationen der Bank fehlten. Fabien kann nun das Projekt nicht fertigstellen, da ihm ein Programmierer fehlt. Sehr praktisch.

Reisen

Vor Weihnachten kam Dina mit ein wenig Verspätung nach Peru. Anschliessend bereisten wir gemeinsam ein wenig die touristischen Plätze in Peru wie z.B. Puno (Los Uros), Cusco (Macchu Picchu) und Colca. Bilder von allen drei Orten befinden sich bereits seit einer Weile in der Galerie.

Puno

Zuerst ging die Reise nach Puno. Puno ist ein kleines Städtchen und typisch peruanisch. Mit dem Touristenboot haben wir anschliessend Los Uros (Floating Islands) besucht. Diese waren schön anzusehen. Natürlich haben auch diese Peruaner ein Mobiltelefon, welches sie vorbildlich mit einer Solaranlage aufladen. Die Inseln haben eine eigene Schule. Trotzdem bin ich von der Zukunft der Inseln nicht besonders überzeugt. Zur Zeit ist der Tourismus nur ein zusätzliches Einkommen. Doch ich befürchte, dass die Jungen in naher Zukunft abwandern und der Tourismus zur Haupteinnamequelle wird. Dies hat zur Folge, dass auch sie schlussendlich von der globalen Wirtschaft abhängig sind.

Die Rückfahrt von Puno war interessant, da es unterwegs zu schneien begann, wir am Morgen in Arequipa bei bedeckten Himmel ankamen und dann den Bus nach Camana an den Strand nahmen, wo es 35° war. Das heisst, wir erlebten innerhalb 24h von -5 - +35 alles. Am nächsten Tag (1. Januar), als wir nach Arequipa zurückkamen, hat es dann auch das erste Mal in den letzten 9 Monaten geregnet. Daher war der Taxichauffeur, welchen wir Anfang Dezember nach seiner Wettervorhersage gefragt hatten, sogar falsch. Er meinte auf unsere Frage, ob es heute (Anfang Dezember) regenen würde: Ja, diesen Monat wird es regnen. Auch auf Nachfrage, wann den genau, meinte er: diesen Monat. Ich vermutete, dass er mit dieser mutigen Wettervorhersage fast nicht falsch liegen konnte. Schlussendlich war dies jedoch der Fall.

Cusco

Das Städchen Cusco ist grundsätzlich schön. Der Touristenteil ist ca. 10x so gross wie der von Arequipa und es hat ca. 40x so viele Touristen, auch wenn gerade nicht Hochsaison ist. Cusco hat viele Kirchen, die man auch ähnlich in Madrid finden könnte. Zwischendurch findet mach auch noch einige Inka Steinklötze, doch die Spanier haben anscheinend ziemlich effizient das meiste zerstört. Allerdings waren sie wohl zu faul, die riesen Steinblöcke (siehe Fotos) wegzuschleppen.

Nachdem sie diverse Male versucht haben, uns übers Ohr zu hauen (Taxi, Restaurant) machten wir uns auf den Weg nach Aguas Calientes. Ein Ticket zu bekommen ist nicht ganz einfach und schon gar nicht günstig, wenn man kein Peruaner ist. Schlussendlich kauften wir das teurere Ticket, da alle anderen bereits ausverkauft waren. Der Schalter für das Ticketkaufen öffnet um 8:30 am Morgen. Die Guides beginnen bereits um 4 Uhr mit dem Anstehen, um als Erste Tickets zu bekommen. Das Geschäft scheint sich zu lohnen.

Wir hatten einen Guide von einer Fake Company (gleicher Name und Signet wie die teuerste Gesellschaft, allerdings die 2 m mit zwei n ersetzt) angestellt, der sich den 3. vordersten Platz in der Schlange ergattern konnte. Nicht schlecht. Also begaben wir uns noch am gleichen Tag mit dem Zug nach Aguas Calientes. Aguas Calientes ist nur mit dem Zug erreichbar und die Fahrt geht durch ein schönes Tal. Da wir die vordesten Plätze mit einer super Aussicht hatten, konnten wir die Fahrt geniessen und uns jeweils freuen, wenn wieder eine Kuh oder halt man ein Kind auf der Strecke stand bzw. hockte.

Aguas Calientes

Aguas Calientes besteht im Grossen und Ganzen aus Hotels und Restaurant. Wäre es ein Dörfchen aus Hütten könnte man es wohl schön nennen, doch dieser Begriff ist definitiv nicht angebracht. Hier fehlt eigentlich alles, was ich an Peru liebe: Picanterias, Empanadas, Löcher in den Strassen, nette Leute. Nach langem Suchen haben wir doch noch 1-2 Häuser gefunden, wo Peruaner wohnen könnten. Das Menu beginnt bei 15 Soles; was bereits mehr als 3x so teuer ist wie sonst in Peru. Zu meinem Erstaunen hatten wir dann auch noch 3 Soles Taxen auf der Rechnung. Das scheint normal zu sein. Später, als sie uns auf einmal für den Tee einen anderen Preis berechnen wollte, fiel mir auf, dass jede Menükarte personalisiert ist und eigene Preise für das gleiche Produkt aufweist - im gleichen Restaurant.

Macchu Picchu

Um Morgen um 5 Uhr flüchteten wir aus unserem Hotel und machten uns auf den Fussweg nach Macchu Picchu. Bereits jetzt standen Leute in der Schlange, um den Bus (mehr dazu später) nach Maccu Picchu zu nehmen. Das Wetter war nicht gerade grossartig, doch der Aufstieg lohnt sich. Er dauert ca. 1.5 Stunden und besteht eigentlich immer aus Treppen, die immer wieder die schreckliche Lehmstrasse nach Macchu Picchu kreuzen. Beim Überqueren sollte man jeweils vorsichtig sein, damit man nicht aus Versehen zu Tode gerast wird.

Oben angekommen wollten wir eintreten. Wir hatten alle Pässe, Eintrittskarten und was nötig war gekauft (dachten wir). Dann wurden wir aber darauf hingewiesen, dass mein Rucksack zu gross sei. Das Maximum sei 20l. Wer nimmt schon einen 20l-Rucksack zum Wandern mit? Also mussten wir nochmals bezahlen, um den Rucksack zu deponieren. Wir erforschten Macchu Picchu und was wir durch den Nebel sehen konnten. Währenddessen füllte sich Macchu Picchu. Um 8 Uhr gingen wir nochmals raus, um unseren Guide zu finden. Dies war nicht ganz einfach, da der Platz mit Touristen gefüllt war. Nun stellte ich auch fest, dass es hier oben sogar ein Hotel gibt.

Mit dem Guide und der Gruppe betraten wir nochmals Macchu Picchu, welches inzwischen von Personen in allen Farben (Regenmäntel) und Nationen geflutet worden war. Der Guide war ziemlich gut und erzählte uns, was man alles nicht wusste. Als ich einen kleinen Vorsprung auf die Gruppe herausgeholt hatte und mir die Sonnenuhr anschaute, wurde ich schliesslich darauf hingewiesen, dass ich nicht den Rückweg antreten könne. Nach einiger Überzeugungsarbeit konnte ich anschliessen trotzdem gegen den Strom anschwimmen und gegen jegliche Regeln die Einbahnstrassen in Macchu Picchu passieren.

Anschliessend hatten wir genug und entschieden uns, Macchu Picchu um zwei Touristen zu erleichtern. Auch den Abstieg bewältigten wir zu Fuss. In Aguas Calientes angekommen nahmen wir den Zug zurück nach Cusco. Hier kamen wir nochmals in den Genuss von touristischem Spektakel. Uns wurde eine Modeschau mit Alpaca geboten und einige peruanischen Tänze. Angekommen flüchteten wir zurück nach Arequipa ins vertraute Heim zurück nach Peru.

Strasse nach Macchu Picchu

Wie ich bereits vorher erwähnt habe, gibt es eine Strasse nach Macchu Picchu. Nach Aguas Calientes gibt es keine Strasse. Das heisst, die Busse wurden extra für die Touristen auf dem Zug nach Aguas Calientes gebracht. Zuvor wurde natürlich eine ziemlich grosszügige Schneise in den Wald geschlagen.

Meiner Meinung nach hat es viel zu viele Touristen in Macchu Picchu (ja, ich gehöre auch dazu). Doch die Frage ist, wie das Problem zu lösen ist. Eine Möglichkeit wäre, den Preis noch weiter zu erhöhen. Allerdings kommen dann nicht die Touristen, die unbedingt Macchu Picchu sehen möchten, sondern diejenigen, die das nötige Kleingeld haben. Soviel ich weiss, ist die UNESCO auch der Meinung, es gäbe zu viele Touristen und hat die Idee einer Luftseilbahn von Aguas Calientes nach Macchu Picchu abgelehnt.

Das Problem ist, dass man weniger verident, wenn man die Touristenzahl senkt. Abgesehen davon würde ich als Erstes die Strasse nach Macchu Picchu schliessen. Der Aufstieg ist zwar nur 1 1/2 Stunden, doch dies würde bereits ziemlich viel Leute von Macchu Picchu abhalten. Würde dies nicht reichen, könnte man die Bahnlinie nur noch für den Güterverkehr und für Einheimische zulassen. Dann müsste man nämlich den 4-tägigen Inka-Trail machen, um nach Macchu Picchu zu kommen. Macchu Picchu selbst ist ziemlich eindrücklich (wäre wohl bei schönem Wetter noch besser) doch wird es wohl früher oder später zerstört wenn weiterhint so viele Touristen kommen.

Aufgrund all der Touristen war Macchu Picchu für mich kein besonders gutes, aber teures Erlebnis, und ich werde es wohl in meinem Leben nicht noch einmal machen. Trotzdem dachte ich, wenn ich schon in Peru bin, muss ich wohl Macchu Picchu besucht haben. Diese Meinung hat sich wohl nun geändert.

Colca Canyon

Nachdem wir in Arequipa noch die (hübsche) tiefgefrorene Juanita besucht hatten, machten wir uns spontan auf den Weg nach Colca, genauer gesagt nach Cabanaconde. Hier hatten wir anscheinend den Touristenstrom verpasst und machten uns alleine ohne Führer auf den Weg in den Canyon. Trotz Donnergrollen und keinen Leuten auf dem Weg machten wir uns an den Abstieg. Der Abstieg ist ca. 1000m. Währenddessen sahen wir auch 2 Kondore, obwohl wir den Kondorenaussichtspunkt links liegen gelassen hatten.

Unten angekommen zeigten wir dem Mann, welcher den ganzen Tag im Nichts wartet, unsere Eintrittskarten und stiegen zum ersten Dorf auf. Wir entschieden uns, noch ein wenig weiter zu gehen und wählten im zweiten Dorf ein Haus/Hotel einer alten Dame zum Essen und anschliessendem Übernachten. Hotels sind hier einfach zu finden, da sie einen unnatürlichen Boiler auf dem Hausdach haben. Daher konnten wir uns sogar eine warme Dusche vor dem Einschlafen gönnen.

Am nächsten Morgen gönnten wir uns einen obligaten Coca Tee und machten uns auf den Weg. Im übernächsten Dorf, welches auch Oasis gennant wird, gibt es Swimmingpools (in der Wüste). Wir gingen aber nicht auf das Angebot ein und machten uns an den Aufstieg. Oben angekommen fragten wir, ob es im nächsten Bus noch freie Tickets ins nächste Dorf gibt anstatt ganz nach Arequipa. Doch zu unserem Erstauenen war auch die Liste nach Arequipa ziemlich leer, obwohl uns am Vortag gesagt worden war, dass es keine Plätze mehr gibt. Also tauschten wir die Tickets um und waren spät Abends bereits zurück in Arequipa.

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