| Stoodl und CISAISI XII in Arequipa |
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| Montag, 13 Oktober 2008 | ||||||||||||||
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In der letzten Woche ist so einiges geschehen, deshalb bereits ein weiterer Blogeintrag. In der Universität Catolica in Arequipa fand diese Woche der Kongress CISAISI XII statt. Gleichzeitig haben wir nach ca. 10 Monaten harter Arbeit Stoodl veröffentlicht. Aber Eins nach dem Anderen. Stoodl Lernplattform ReleaseSeit ca. 10 Monaten arbeiten wir (Fabian Frey, Reto Kaiser, Andreas Siegrist, Tobias Finazzi, Nicolas Ruflin) an Stoodl. Stoodl ist eine neue Webplattform, die das Speichern und Austauschen von Lernmaterialien vereinfachen soll. Die Plattform wurde speziell von Studenten für Studenten entwickelt. Wir wollen damit den Studienalltag und innerhalb der Universität das Knüpfen von Kontakten erleichtern. Ein weiterer genauerer Bericht über Stoodl wird folgen. Wir planen, die Plattform weiter auszubauen, damit sich die harte Arbeit der letzten 10 Monate und die Investitionen gelohnt haben. Alle, die diesen Blog lesen, sollen sich doch registrieren, Lernmaterialien hochladen und uns soviel Feedback wie möglich liefern, damit wir die Platform noch weiter verbessern können. Bereits heute hat 20 Minuten einen Artikel über Stoodl online gestellt. Ich hoffe natürlich, dass dieser heute Morgen auch in der Druckversion erscheint und noch viele weitere Medien über uns berichten werden. Für das ganze Stoodl-Team ist dieser Release ein relativ grosser Moment. Ich hoffe, wir werden mit der Plattform Erfolg haben. Das Ganze hat auch einen Bezug zu Arequipa. Weil ich (siehe früherer Blogeintrag) nun nicht mehr 100% für das Projekt hier arbeite, habe ich nun auch mehr Zeit für Stoodl, was sich hoffentlich auch positiv auf das Projekt auswirkt und die Entwicklung vorantreibt. Kongress CISAISI XII ArequipaDiese Woche fand an der Universität Catolica, wo sich mein Büro befindet, der Kongress CISAISI XII statt. Dies ist ein internationaler Kongress von Südamerika für Systemingenieure. Dieser Kongress wird anscheinend jedes Jahr an einem anderen Ort abgehalten, und der Zufall will es, dass er gerade dieses Jahr in Arequipa stattfindet. VorgeschichteVor ca. zwei Monaten, als ich noch in der Schweiz war, haben mich die Leute von Arequipa angefragt, ob ich an diesem Kongress eine Präsentation machen möchte. Dies habe ich dankend abgelehnt, da ich erwartet habe, dass ich bereits genügend mit dem Projekt beschäftigt sein werde. Vor zwei Wochen kam dann eine der Organisatorinnen zu mir und erkundigte sich nach meinem Thema, da hinter meinem Namen auf ihrer List noch ein grosses Loch war. Da dieses Loch auch in meinem Kopf existierte, erkundigte ich mich zuerst einmal, wie sie auf die Idee komme, dass ich etwas präsentieren werde. Es stellte sich heraus, dass mich der Dekan trotz Absage netterweise angemeldet hat. Da konnte ich nun schlecht nein sagen. Also habe ich kurzerhand das Thema "Social Software" gewählt. Im Hinterkopf hatte ich natürlich Stoodl, allerdings war Stoodl zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht, daher konnte ich noch nicht wirklich darüber sprechen. Laut unserem Plan sollte der Stoodl-Release dann aber bereits erfolgt sein. Auf den neuen CISAISI-Flyern erschien dann auch mein Name. Sogar die Schweizerflagge war auf die Programme gedruckt worden. Sah nicht schlecht aus, ausser dass alle anderen Präsentatoren mindestens Prof. Dr. irgendwas waren. Meine Präsentation war, laut Plan, am Donnerstag Nachmittag. Ich begann bereits die Woche davor ein wenig mit Brainstorming und dem Zusammenstellen von Folien, damit ich dann am Montag und Dienstag die Präsenation fertigstellen konnte. Ich war ziemlich motiviert, da anscheinend bis zu 600 Leute im Präsentationsaal Platz hatten, und schliesslich wurde ein internationales Publikum erwartet. Am Freitag um ca. 18 Uhr kam dann die Information, dass der Präsentationsplan geändert wurde. Dies wusste ich bereits, da ich am Abend zuvor ein E-Mail von Karina mit dem neuen Plan erhalten hatte. Auf diesem Plan war meine Präsentation noch immer am gleichen Ort. Im Laufe des Gespräches stellte sich aber heraus, dass sie mir wohl doch nicht den neusten Plan geschickt hatte. Nach einem Blick auf die Daten von ihrem USB-Stick stellte ich fest, dass meine Präsentation nun am Dienstag ist. Das war sehr ungüstig, da wir am Samstag unsere Einweihungsparty in der neuen Wohnung hatten und ich daher eigentlich Montag und Dienstag für die Vorbereitung eingeplant hatte. Pläne können sich ändern. Schliesslich investierte ich den ganzen Sonntag in die Präsentation und stellte sie auch grösstenteils fertig. Da ich meines Wissens der Einzige war, der die Präsentation in Englisch hielt, wollte ich die Slides noch auf Spanisch übersetzen lassen. Dazu hatte ich bereits einige Helfer angefragt, die mir am Montag helfen konnten. Die meisten Studenten hier sprechen leider fast kein Englisch. Am Montag war das Leben an der Uni allerdings ein wenig anders. Alle waren aufgrund des Kongresses sehr unperuanisch gestresst und keiner hatte wirklich Zeit, mir beim Übersetzen zu helfen. Am Ende meisterte ich es, indem mir immer wieder eine andere Person mit 1-2 Slides half. So dauerte es halt seine Zeit, aber schliesslich hatte ich alle Slides übersetzt. Als zusätzliche Sprach-Hilfe habe ich meine Präsentation in drei Teile unterteilt und zu jedem Teil eine kleine Zusammenfassung erstellt, welche dann Alvaro (vielen Dank) auf Spanisch präsentieren konnte (für die Studenten, die nichts verstanden hatten). Die nächste Überraschung kam am Dienstag Morgen, als ich von meinem Arbeitsplatz aus beobachtete, wie mein Präsentationszelt (über dem ganzen Trockenplatz) abgebaut wurde. Mir wurde zuerst versichert, dass es nur geflickt würde. Dem musste ich aber wiedersprechen, spätestens als die Hauptwand entfernt wurde. Ca. 20 Minuten vor meiner Präsentation wurde mir mitgeteilt, dass ich nun in einem anderen Saal präsentieren würde. Wieso genau das Zelt abgebaut wurde, konnte mir nicht wirklich jemand sagen. Aber der Wechsel war durchaus positiv, da der neue Saal einiges schöner war. Hier war es angenehmer zu präsentieren, da es nicht draussen war und es daher ruhiger war. Meine Präsentation begann dann peruanisch pünktlich um ca. 15:15. Es hatten sich ca. 150 Personen eingefunden. Der Saal war nicht ganz voll, da an diesem Tag ein grosser Streik war, den viele Studenten als guten Grund nutzten, um nicht an die Universität zu kommen. Ich persönlich habe von diesem Streik nicht wirklich etwas mitbekommen. Die Präsentation verlief soweit gut. Alvaro, mein Übersetzer, war ein wenig aufgeregt, aber das war halb so wild. Die Personen hatten auch das Gefühl, ich sei aufgeregt gewesen, weil ich während der Präsentation umherlief, was ich ziemlich gerne mache (Bewegung tut gut). Bei allen anderen Präsentationen standen die Sprecher hinter dem kleinen Podium und machten keinen Wank. CISAISI XII SidestoriesMichael VanHilstMichael VanHilst, ein Professor aus den USA, hörte bei meiner Präsentation auch zu. Ich sprach mit ihm noch eine Weile und besuchte am darauffolgenden Tag seine Präsentation. Er sprach darüber, wie man die Effizienz bei der Softwareentwicklung verbessern kann. Die Präsentation war sehr gut und enthielt viele Infos, die ich auch in Stoodl einfliessen lassen kann.Nach der Präsentation hatte ich noch einige weiterführenden Fragen. Wir kamen ins Gespräch und gingen schliesslich am Abend mit einigen anderen Personen zusammen essen. Wir diskutierten über alles mögliche. Dabei fiel mir auf, dass ich schon lange nicht mehr mit jemandem diskutiert habe, der mir so oft wiedersprochen hat, und dazu auch noch gute Argumente lieferte (gewisse Personen, die das sonst immer machen, sind nicht hier). Dies machte die Gespräche sehr interessant und lehrreich und forderte mich wieder einmal richtig heraus. Die meisten Gespräche hier sind nicht besonders intensiv und es wird nicht viel argumentiert. Vieles wird genommen, wie es ist, oder wie es erzählt wird. Daher einen Dank an Michael VanHilst für seine Präsentation und die lehrreichen Diskussionen. PräsentationenIch habe während dieser Woche noch einige Präsentationen besucht. Ev. habe ich die falschen gewählt, denn die meisten waren ziemlich schlecht. Dabei ging es nicht nur um den Inhalt, sondern vor allem wurden sie schlecht präsentiert. Die Motiviation der Personen war z.T. so enorm, dass sie sich zumindest genügend bewegten, um beim Computer die Leertaste für die nächste Slide drücken zu können. Die Slides waren jeweils so gestaltet, dass entweder die ganze Präsentation auf den Folien stand oder sogar noch mehr. Dies machte die Folien halt unleserlich, da aufgrund des vielen Textes Schriftgrösse 9 verwendet wurde. Es hatte interessante Themen, allerdings ging es mir meist zu wenig weit. Nur vereinzelt wurde über die aktuelle Forschung berichtet. AbschlussessenAm Freitag Nachmittag war noch ein Abschlussessen mit allen Personen, die am Kongress mitgearbeitet hatten. Anscheinend hatte man mir auch dies vergessen mitzuteilen. Carla kam am Freitag um ca. 14 Uhr ins Büro und teilte mir mit, dass wir mit Leuten vom Kongress Essen gehen. Ich akzeptierte dies und trottete hinterher. Sie setzte mich in einem Büro ab, in dem ich dann Augustina Buccella aus Argentinien kennenlernte. Sie hatte auch eine Präsentation gemacht, wir hatten uns allerdings bisher noch nicht getroffen. Wir unterhielten uns eine Weile, wobei ich meine Spanischkenntnisse anwenden konnte. Schliesslich wurden wir abgeholt und in eine Picanteria im Süden gefahren, wo wir mit ca. 40 weiteren Personen Chicharron assen. Schlussendlich kehrte ich ca. 4 Stunden später mit vollem Magen wieder an meinen Arbeitsplatz zurück, packte meine Sachen und ging nach Hause. So gefallen mir die Arbeitstage :-) AusweisAlle Teilnehmer und Präsentatoren von CISAIS (ausser ich) hatten einen Ausweis mit Namen, Rolle etc. erhalten. Irgendwie ging ich vergessen. Ich hatte zwar noch einen solchen Ausweis angefordert, aber nie einen erhalten. Interessant wurde dies am Tage meiner Präsentation. Da an diesem Tag ein Streik war, stand am Eingang der Universität eine andere Wache als sonst, die mich nicht kannte. Dieser wollte mich zuerst gar nicht in die Universität lassen. Er schien mir nicht zu glauben, dass ich an der Universität arbeite und eine Präsentation habe. Also zückte ich das Zauberwort Cesar Baluarte (der Dekan) und sagte ihm, er soll doch mal mit ihm sprechen. Dies schien er nicht wirklich machen zu wollen; schon war ich drinnen und konnte zu meiner Präsentation gehen. Wäre ziemlich blöd gewesen, wenn ich meine eigene Präsentation verpasst hätte... WeiteresSoeben habe ich eine E-Mail erhalten, welche mich gratis zum Kongress CIISI-2008 in Arequipa nächste Woche einlädt. Um ehrlich zu sein, weiss ich gerade noch gar nicht, was es ist. Ich werde mich mal noch erkundigen.
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